Freitag, April 22, 2011

Oesterlicher Lieblingsort

Lieblingsorte, wir spaeten Juenglinge & Maedchen haben sie uns schon vor laengerer Zeit ausgesucht, heute morgen, es ist Karfreitag, 22. April 2011, wollen wir nach Homburg-Beeden, zu den Stoerchen, wie es meine Freundin ausdrueckt. Das Ziel ist klar.
& der Himmel ist es ebenfalls, viel zu warm ist es am spaeten Vormittag, wir sind beide empfindlich gegen die zu fruehe Waerme im April, aber die Voegel, die wir in Beeden hoeren & sehen, lassen uns das fuer kurze Zeit vergessen. Minutenlang lauschen wir zwei Nachtigallen im Gebuesch, wir koennen sie nicht sehen, aber dafuer um so besser hoeren - Ich bin immer wieder tief beeindruckt von dem Melodienreichtum dieses herrlichen kleinen Vogels, er singt uns den wahren, echten, unverfaelschten Fruehling herbei.








& am Biotop, auf der anderen Seite, sind sie alle versammelt an diesem Spaetmorgen, die Pferdchen, die Heckrinder, die Wasserbueffel, die Highlander-Rinder, habe ich was vergessen, ach ja, das Storchenpaar, das den Horst auf dem hohen Mast endlich angenommen hat & fleissig seine Jungen aufzieht, die Gaense sind irgendwo in ihrem morgendlichen Versteck zugange, ein paar Stockenten flattern & quaken auf dem Wasser. Es ist ein wundervolles Fleckchen Erde hier, & ich bin dankbar, dass ich es immer wieder aufsuchen kann, besonders um diese Zeit, im April, Anfang Mai.

Dienstag, April 12, 2011

TABU April 2011_3

das dienstaegliche blieskastel ist fast leergefegt um diese zeit, es ist gerade mal neun uhr, als ich durch die stadt gehe, ziellos, weil ich nichts essen & trinken darf - mir ist auch nicht danach zumute, denn ich laufe durch eine entseelte Innenstadt, sehe nur steine, autos & tueren, die meisten der letzteren aus dem spaeten 18. jahrhundert. ich sehne mich so sehr nach einem bekannten gesicht, einer person, die mich kennt, aber niemand dergleichen ist unterwegs. traurige stadt, trauriges blieskastel.
mich zieht es irgendwie dorthin, wo ich mal gearbeitet habe, in die stadtverwaltung, ins rathaus am paradeplatz, das mit seinen vielen fenstern so freundlich abweisend ausschaut. im achtzehnten jahrhundert war es mal ein waisenhaus, die mauern sehen in der tat heute morgen verwaist aus, in einer leere, die nichts offen laesst.
kaum bin ich im foyer, laeuft doch ein bekannter an mir vorbei, ohne mich zu beachten, weil er mich nicht sieht - aber ich sehe ihn & will ihn nicht ansprechen. er erinnert mich an die seltsamen monate von vor drei jahren, als ich als eineuro-jobber hier anfing, unter seiner fuchtel. diese geschichte will ich noch immer aufschreiben & hier veroeffentlichen, schaeme mich aber inzwischen dafuer.
es ist in der tat ein liebloser morgen, er haette nicht schlimmer sein koennen, hier finde ich keinerlei inspirationen mehr zur zeit, das war vor einem halben jahr noch ganz anders. aber wenn es nun einmal so sein soll, dann muss ich es aushalten, mir bleibt nichts anderes uebrig. die leute wollen nicht, sie sind mit sich selber beschaeftigt, & ich habe ihnen nichts zu sagen. gar nichts. ein guter morgen laechelt dich an, ein schlechter wendet seine augen von dir ab & laesst dich stolpern.


Freitag, April 08, 2011

TABU April 2011_2

carpe diem - kann ich nur bestaetigen. aber welchen nutzen hat´s, wenn der tag genutzt werden soll? nur nicht drueber nachdenken, es ist zwecklos. wenn nur die gedanken nicht immer praesent waeren. kann ich sie ausschalten, oder muss ich dafuer meditieren lernen, was ich nicht mag, weil die zeit mir davonlaeuft. nichts desto trotz, es ist ein wunderschoener fruehlingsmorgen, hier, wo ich wohne, ist es fuer mich am schoensten. du brauchst dich nur nach allen seiten umzuschauen, dann kannst du das unendliche erreichen, frei nach goethe, der manchmal auch geschwurbelt hat, weiss gott.
naja, die fruehlinge haben´s in sich, nicht nur in der tierwelt kann man das feststellen. ich liebe das licht, die klare luft heute, eigentlich schon seit ein paar tagen, nachts schlafe ich wie ein tier, weil ich mich verausgabe tagsueber, abends bin ich rechtschaffen muede, freue mich an meiner partnerin, die so sanft sein kann wie ein sonnentag, fast idyllisch koennte es sein, wenn mein misstrauen wieder von mir abfiele.
aber eher fallen mir die eier ab, bevor dies geschieht.

Dienstag, April 05, 2011

TABU April 2011_1


jetzt lockt auf einmal wieder die strasse, mit all ihren schlagloechern & rinnsteinen, die leute hier wollen es so. ein raeudiges winterfell eines hundes ist der himmel ohne sonne, & genauso hungrig wie der schaut er drein.
die beschauliche alte stadt an der blies schlaeft am tag, jetzt schon, es herrscht bruetende hitze in den ersten apriltagen, aber auch irgendetwas neues liegt in der luft, unbekannt, aber neu.
ein wissbegieriger alter herr streift durch die strasse oben ueber dem schlossberg in richtung kloster. mein bekannter & ich gehen ueber den juedischen friedhof, er ist heute fuer die oeffentlichkeit zugaenglich, ich bin zum erstenmal in meinem leben hier - es ist der friedlichste ort in blieskastel, fuerwahr, selbst an diesem sonntag.
& spaeter noch an der orangerie, ein ort voller zauber, selbst die voegel pfeifen hier anders, eine amsel lacht wie ein specht, ein passagierflugzeug am himmel singt wie eine lerche.